vnz rutha produkte messen&termine kundenbereich download lexikon bestellung links kontakt pl
Lexikon

 

Nähmaschine - Die Geschichte
Wie alle Maschinen hat auch die Nähmaschine eine längere Entwicklungszeit gebraucht. Die ersten Versuche, die Handnäherei durch eine nähende Maschine abzulösen, gehen bis auf das Jahr 1755 zurück. Um diese Zeit hat der in England wohnende Deutsche WEISENTHAL versucht, eine nähende Maschine zu konstruieren. Er erfand dazu als erster eine beidseitig spitze Nadel mit dem Öhr in der Mitte. Diese Nadelform wurde später auch von MADERSPERGER, GREENOUGH und anderen benutzt. Sie findet auch heute noch in Stickindustrie Verwendung. Ein anderer Nähmaschinenerfinder war der Engländer THOMAS SAINT (1790). Seine Maschine hatte einen Vorstecher und eine Hakennadel. Sie nähte damit einen Kettenstich. Praktische Verwendung hat diese Maschine nicht gefunden. Eine Nachbildung ist jedoch erhalten geblieben. Sie steht im Kensington in England. Auch in Deutschland gab es Leute, die die mühsame Handnäharbeit durch Maschinenarbeit ersetzten wollten. Unter ihnen ist BALTHASAR KREMS aus Mayen im Rheinland (Eifel) wohl der bedeutendste. Um 1800 hat er eine Kettenstichnähmaschine konstruiert, die erstmalig eine Nadel mit dem Öhr an der Spitze und einen gesteuerten Greiferhaken hatte. Ein interessantes Konstruktionsmerkmal war der Stachelradtransport. Sein letztes Model mit dem er etwa 300 bis 350 Stiche in der Minute genäht hat ist erhalten geblieben und steht im Heimatmuseum Mayen. Der Tiroler JOSEPH MADERSPERGER erfand in der Zeit 1807 bis 1839 eine Nähmaschine die außer zwei öhrspitzigen Nadel schon eine schiffchenähnliche Einrichtung zur Verbindung der Nadelfäden mit dem Verschlingungsfaden hatte. Es ist ihm aber nicht gelungen seine Zeitgenossen von dem Wert der nähenden Maschine zu überzeugen. Er starb in großer Armut. In Frankreich ist BARTHOLOMÄUS THIMONNIER im Jahre 1829 mit seiner Maschine an die Öffentlichkeit getreten. Sie erzeugte den Kettenstich. Er konnte 80 Maschinen herstellen und 30 Stück davon an einer Militärkleiderfabrik verkaufen. Die Pariser Schneider brachten jedoch der THIMONNIERs Nähmaschine kein Verständnis entgegen und zerschlugen sie im Jahre 1831. Trotzdem wird er als der erster Nähmaschinenfabrikant der Welt genannt. Mehr Erfolg mit seiner Erfindung hatte der Amerikaner ELIAS HOWE. Es gelang ihm in den Jahren 1843 - 1845 eine Schiffchennähmaschine zu bauen. Er benutzte die KREMS Nadel und ein dem Weberschiffchen nachgebildetes sogenanntes Langschiffchen. Die Naht entsprach der heutigen Doppelsteppstichnaht. Deshalb muß man ihn als den eigentlichen Erfinder der Doppelsteppstichnähmaschine bezeichnen. Sein Landsmann WALTER HUNT hat ebenfalls solche Maschine konstruiert (1834), die ist aber nie zum Einsatz gekommen. Der die nach Howes Idee die Nähmaschine wesentlich verbessert und zu erst fabrikmäßig hergestellt hat war J.MERRIT SINGER. Er machte die Nähmaschine sehr begehrt und populär. Der Verkauf auf Abzahlung ist ebenfalls seine Erfindung. Die damals noch nicht erloschenen Patente von HOWER und SINGER waren unter anderem die Ursache zur Erfindung neuer Schlingenfängersysteme. So entstanden im Laufe des vergangenen Jahrhunderts neben verbesserten Gerad - Langschiff - Nähmaschinen auch Bogenschiffmaschinen, Greifernähmaschinen mit ihrem Untergruppen und Spezialausführungen. Neben der Doppelsteppstichmaschine wurde auch die Kettenstichmaschine weiterentwickelt. Sie wurde hauptsächlich für Spezialzwecke verwendet.1852 gelang eine der bedeutendsten Erfindungen der Nähmaschinengeschichte. A.B.WILSON baute die erste Greifernähmaschine der Welt. Eine Umlaufgreifernähmaschine mit Brille und Gebogener öhrspitziger Nadel. Völlig neu war an dieser Maschine auch der fortlaufend absatzweise arbeitende Stoffschieber mit Viereckbewegung (Hüpfertransport).Der amerikanische Techniker WALTER HOUSE hat die Erfindung dann weiterentwickelt. Auch deutsche Konstrukteure haben sich um die Verbesserung der Umlaufgreifernähmaschine sehr verdient gemacht. Besonders der bei der Firma BAER & REMPEL tätige Techniker M. SCHLEICHER, aber auch die Firmen BIESOLT & LOCKE, DÜRKOPP, GRITZNER, MUNDLOS, CLEMENS MÜLLER, NOTHMANN und andere verdienen genannt zu werden. Stark beeinflußt wurde die Entwicklung der Doppelsteppstichmaschine durch die Erfindung der Zickzacknähmaschine im Jahre 1882 durch JOHN KAYSER. Die Naht unterscheidet sich von der Naht der Geradstichmaschine dadurch , daß sie elastischer ist und Verwendung bei Spezialarbeiten findet. Es gibt heute Hochleistungs - Schnellnäher, Zickzacknähmaschinen, Blindstich, Pelznähmaschinen, Mehrnadelnähmaschinen, Stickmaschinen, Stickautomaten, Hohlsaumnähmaschinen, Knopflochnähmaschinen und Knopflochautomaten, Riegelnähmaschinen, Spezialmaschinen und Automaten. Alle Maschinen wiederum mit Unterklassen für ganz bestimmte Arbeitsgänge. Auch der Antrieb der Nähmaschine hat sich im Laufe der Jahrzehnte entscheidend gewandelt. In der Nähindustrie ist heute eine Nähmaschine ohne modernen Elektronik Stop - Motor nicht mehr denkbar. Der Motor, der früher an der Nähtischunterseite installiert wurde, ist jetzt sogar im Maschinenoberteil eingebaut (DIRECT DRIVE)z.B. DB2-DD7100 von der Firma Brother. Der Maschinenantrieb erfolgt deshalb direkt, ohne Antriebsriemen. Die schlanke Form repräsentiert ein neues Zeitalter für das Nähmaschinendesign. Eng verbunden mit der Entwicklung der Nähmaschine war auch die Entfaltung der nähfadenverarbeitenden Industrie. Es ist verständlich, daß von der Seite die Entwicklung der Nähmaschine wesentlich beeinflußt wurde.

Nähmaschinennadeln
Nadeln für die verschiedenen Nähmaschinentypen sind in vielen Abmessungen, Spitzenformen, sowie Oberflächen produziert. Das Nahtbild und die Haltbarkeit der Naht sind abhängig von dem verwendeten Material und dem Nähfaden aber auch von der Stichtype, der Spitzenform der Nadel, der Nadelstärke und der Stichlänge. Bei jedem Nähvorgang entsteht Wärme,(bis weit über 200 Grad Celsius) die durch Reibung zwischen Nadel und Material erzeugt wird. Die Höhe der Temperatur hängt in erster Linie von der Nähgeschwindigkeit, der Nadelstärke, Nadelspitze und Art und Beschaffenheit des Nähgutes ab. Also, verwenden Sie die richtige Nadel.

Nieten
Auf dem Weg zu der heute klassischen Blue Jeans fehlten jetzt nur noch die Metallnieten. Die Idee, die Taschen der Goldgräberhosen mit Metallnieten zu verstärken, hatte der polnische Immigrant Jacob W. Davis. Er war es wohl leid, immer wieder die ausgerissenen Taschen seiner Kunden flicken zu müssen. Gemeinsam mit Levi Strauss wurde die Nieten-ldee 1873 zum Patent angemeldet. Das war die Geburtsstunde der Blue Jeans.