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Lexikon

 

Dekatieren
Diese Behandlung mit Dampf gibt Textilien ihre natürliche Feuchtigkeit zurück und vermindert den sonst beim Pressen entstehenden unerwünschten Glanz. Auch das Einlaufen wird stark reduziert.

Delavé
Ist die französische Bezeichnung für ausgewaschene > Jeansstoffe (Wash out).

Denim
Von ( > Serge) de Nimes" (franz.: aus [der französischen Stadt] Nimes) wurde diese Bezeichnung abgeleitet. Der Begriff > Jeans dagegen soll auf den Namen der italienischen Hafenstadt Genua zurückzuführen sein. Je nach Färbung und Verarbeitung spricht man z.B. von Blue - Denim, Black - Denim, > Coloured - Denim und > Stretch - Denim. Gewöhnlich ist der > Kettfaden gefärbt und der Schußfaden rohfarben. Bei vollgefärbten Stoffen wirkt das Bindungsbild einheitlicher. Das Gewicht von Jeansstoffen wird in Unzen (oz) angegeben. Superleichter Denim wiegt 6 - 7,5 oz und wird hauptsächlich für Hemden verarbeitet. 10 - 12,5 oz entspricht der sogenannten Leichtqualität, aus der man leichtere Jacken, Hosen und Röcke herstellt. Der größte Anteil der Jeans - Hosen wird in der Gewichtsklasse von 13 - 14,5 oz verarbeitet. Für schwere Optiken und rustikalere Hosen und Jacken wird die schwerste Jeansqualität von 15 - 15,5 oz verwendet.

Donegal
Nach der Gegend seiner Herkunft (einer Landschaft in Nordwestirland) wird dieser locker gewebte Wollstoff benannt, der bevorzugt für sportliche Hosen ( > Knickerbocker), Sakkos und Anzüge verarbeitet wird.

Dürkopp Adler
Bielefeld, Mitte des 19. Jahrhunderts: Die industrielle Revolution hat die Stadt in einen bedeutenden Textilstandort verwandelt. Zur Weiterverarbeitung der Stoffe werden vorwiegend aus den USA importierte Nähmaschinen eingesetzt. Ihre Anschaffung ist teuer und ihre Wartung schwierig. Die beiden Schlosser Baer und Koch erkennen die Gunst der Stunde und gründen 1860 die erste Bielefelder Nähmaschinenfabrik. Der Erfolg des Unternehmens verdeutlicht den Partnern das Potential des neu erschlossenen Marktes, so daß Baer sich 1865 entschließt, einen eigenen Betrieb zu gründen. Koch firmiert fortan unter dem Namen Koch & Co und beschäftigt jetzt die beiden Nähmaschinenmechaniker Dürkopp und Schmidt. Dürkopp hatte bereits 1861 seine erste Nähmaschine konstruiert und macht sich 1867 mit Schmidt als Dürkopp & Schmidt selbständig. So entwickelt sich Bielefeld innerhalb von 20 Jahren zu einem der wichtigsten Standorte der Nähmaschinenindustrie in Deutschland. 1880 sind 19 Bielefelder Unternehmen in der Branche tätig. Ihre Produkte genießen internationale Anerkennung und werden europaweit verkauft. Durch die große nationale und internationale Konkurrenz kriselt es in den 80er Jahren in der Branche. Dürkopp & Co - wie das Werk nach dem Ausscheiden Schmidts heißt - ist das erste Unternehmen, das auf der Suche nach neuen Absatzmärkten mit der Fertigung von Fahrrädern beginnt. Das neue Produkt verkauft sich sehr gut, und das Unternehmen kann seinen Erfolgskurs fortsetzen. Wie andere Betriebe folgt Koch & Co dem Beispiel Dürkopps, so daß die Fahrradproduktion sich bald zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor der Stadt entwickelt. Vom Erfolg beflügelt beginnt Dürkopp gegen Ende des Jahrhunderts mit der Produktion von Autos, Lkws und anderen motorisierten Fortbewegungsmitteln. Während Dürkopp stetig bemüht ist, neue Geschäftsfelder für sein Unternehmen zu erschließen, konzentrieren sich Koch & Co auf den Bereich der industriellen Näh- und Bekleidungstechnik. Ihr Markenname Adler wird zum Synonym für international gefragte Spezialnähmaschinen. So stellen die Kochs Adler Nähmaschinenwerke AG, wie sich das Unternehmen nun nennt, 1920 die Fahrradproduktion ein. Die Weltwirtschaftskrise zwingt die Dürkoppwerke AG - so heißt das Unternehmen nach dem Tod des Gründungsvaters - Ende der zwanziger Jahre zur Aufgabe der ohnehin nicht so erfolgreichen Automobilproduktion. Gegen Ende der Weimarer Republik wird mit der Entwicklung der ersten Förderanlage für die Textilindustrie ein Absatzmarkt erschlossen, in dem das Unternehmen noch heute aktiv ist. Nach dem zweiten Weltkrieg versuchen auch die Kochs Adler Nähmaschinenwerke mit der Produktion von Schreibmaschinen und Verpackungsmaschinen, in neue Geschäftsfelder vorzudringen. Beide Bereiche werden jedoch mittelfristig ebenso wie die Produktion von Haushaltsnähmaschinen wieder aufgegeben. Auch die Dürkoppwerke AG beschränkt sich seit Anfang der sechziger Jahre auf die Produktbereiche Industrienähmaschinen und Förderanlagen. 1962 wird die Aktienmehrheit der Dürkoppwerke AG durch die FAG Kugelfischer übernommen. Als rund 25 Jahre später der Kugelfischer Konzern auch die Mehrheit der Aktien der Kochs Adler AG übernimmt, ist der Weg für die Fusion der beiden konkurrierenden Nähmaschinenfabriken geebnet. Seit 1990 firmieren sie als Dürkopp Adler AG in den neuen Firmengebäuden in Bielefeld-Oldentrup.